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Differentialblutbild – Leukozyten-Analyse

Um die Ursache für die Krankheiten zu bestimmen, wird im Krankenhaus ein Differentialblutbild von dem Patienten gemacht. Oftmals handelt es sich um Krankheiten, die mit einer Infektion, Leukämie, weißen Blutkörperchen oder dem Immunsystem zusammenhängen. Besteht der Verdacht, dass der Betroffene an einer dieser Krankheit erkrankt ist, wird zur Untersuchung ein Differentialblutbild vom Arzt angeordnet.

Differentialblutbild (Leukozyten Normalwerte)

ZellartGesamt Leukozytenpro µl Blut
Normalwert100%4300–10.800/μl
Stabkernige (neutrophile) Granulozyten0 bis 4%150–400/μl
Segmentkernige (neutrophile) Granulozyten45 bis 74%4.800–7.900/μl
Eosinophile Granulozyten0 bis 7%50–750/μl
Basophile Granulozyten0 bis 2%15–200/μl
Lymphozyten16–45 %1.700–4.800/μl
Monozyten4–10 %400–1.000/μl

Um welche Erkrankungen handelt es sich, wenn ein Differentialblutbild gemacht wird?

Wenn sich die Person schlecht fühlt, wendet sie sich an den Arzt. Der Arzt macht eine Untersuchung und ordnet in erster Linie das kleine Blutbild an. Anschließend wird das kleine Blutbild ausgewertet und sollten sich irgendwelche Veränderungen oder Unregelmäßigkeiten zeigen, wird der Arzt als eine präzise Ergänzung zum kleinen Blutbild, das Differentialblutbild anordnen. Bei den Auffälligkeiten, die der Arzt anhand des kleinen Blutbilds sieht, handelt es sich um solche Erkrankungen wie Immundefekte, Bluterkrankungen, Entzündungen, Medikamentennebenwirkungen und Infektionen. Nur solche Erkrankungen machen sich sofort beim kleinen Blutbild bemerkbar und um sicher zu gehen, muss der Arzt eine weitere Untersuchung vornehmen.

Wie wird ein Differentialblutbild gemacht?

Der Arzt nimmt eine Probe direkt aus der Armvene. Bei der Probe handelt es sich um einen Blutstropfen, der bei den Erwachsenen und Kindern, aus dem Finger genommen wird. Bei den Säuglingen wird die Blutprobe aus der Ferse genommen.

Was wird untersucht?

Als Ergänzung zum kleinen Blutbild wird das Differentialblutbild gemacht. Die beiden Ergebnisse zusammen werden als das große Blutbild bezeichnet.

Heute wird im Krankenhaus ein maschinelles Differentialblutbild gemacht und dieses erlaubt eine präzise Zählung der Blutkörperchen. Die weißen Blutkörperchen werden einem gefärbten Blutausstrich beigegeben und können unter diesen Umständen besser gezählt werden. Auf diese Weise lassen sich die Ursachen für Krankheiten schneller finden und die Abweichungen zu den Richtwerten zeigen sich ebenfalls sofort. Sind die maschinell erzeugten Ergebnisse zu auffällig, wird eine manuelle Differenzierung durchführt.

Insgesamt existieren fünf verschiedene Typen von den Leukozyten (weißen Blutkörperchen). Die fünf verschiedene Typen müssen alle unterschiedliche Funktionen zu erfüllen. Zu den Leukozyten-Typen gehören: Eosinophile und Basonophile, Neutrophile, Monozyten, Granulozyten und Lymphozyten. Im Differentialblutbild lässt sich eine Unterscheidung zwischen dieser Zellen sehen. Sollte eine Gruppe mengenmäßig zu hoch oder zu niedrig sein, kann das auf eine bereits bestehende Krankheit verweisen. Außerdem wird darauf geschaut, dass sich im Blut keine unreifen Blutzellen befinden, denn das deutet auf eine Knochenmarkserkrankung hin. Um bestimmte Krankheiten des Immunsystems diagnostizieren zu können, muss man nur bestimmen, wie viele Blutzellen zu viele und wie viele zu wenige, im Blut vorhanden sind. Des Weiteren kann der Arzt den Verlauf einer Entzündung anhand des Differentialblutbilds genau verfolgen.

Im Knochenmark werden die weißen Blutkörperchen produziert. Die T-Lymphozyten werden in der Thymusdrüse produziert und sind sehr wichtig für das Immunsystem. Die T-Lymphozyten schützen den Körper vor Eindringlingen und vor verschiedene Krankheitserregern. Hat man sich bereits mit einem Krankheitserreger (Viren oder Bakterien) infiziert, sorgen die T-Lymphozyten dafür, dass ein spezieller Wirkstoff erzeugt wird, der die Krankheitserreger abtöteten und den Körper wieder gesund macht.

Wie setzt man das Differentialblutbild ein?

Die zellulären Bestandteile und das Verhältnis zum Plasma wird im Differentialblutbild genau dargestellt. Die qualitativen und quantitativen Veränderungen der Zellen werden sichtbar gemacht und man kann bereits im Frühstadium eine Krankheit wie z. B. Leukämie oder Anämie erkennen. Die Leukozytenzahlen (Anzahl der weißen Blutkörperchen) sagen dem Arzt viel über den Gesundheitszustand des Patienten aus. Der Arzt kann erkennen, ob der Körper wirksam gegen die Krankheit ankommt und sie bekämpft. Des Weiteren wird erfasst wie der Körper auf Parasiten, Allergene, einige Medikamente und Infektionserreger reagiert. Aus diesen Erkenntnissen lassen sich Leukämie-Stadien bestimmen und Arten bestimmen.

Wann ist es sinnvoll ein Differentialblutbild zu machen?

In der Regel erfolgt der Test (Differentialblutbild) als eine Ergänzung zum kleinen Blutbild. Nur wenn das kleine Blutbild irgendwelche Auffälligkeiten zeigt, wird ein Differentialblutbild gemacht. Ansonsten ist es überflüssig, ohne ein kleines Blutbild, direkt ein Differentialblutbild erstellen zu lassen.

Was bedeuten die Testergebnisse?

Das Verhältnis in Prozent und die Konzentration der einzelnen weißen Blutkörperchen im Blut, erfährt man durch das Differentialblutbild.

Als Antwort auf eine Entzündung oder eine Infektion, erhöhen die Neutrophile ihre Anzahl und das ist ein natürlicher Vorgang, bei dem man nichts zu befürchten braucht. Einige Knochenmarkserkrankungen können zu einem rapiden Anstieg der Neutrophilen-Anzahl führen. Zu einer solchen Krankheit gehört die chronisch myeolische Leukämie. Eine schwere Entzündung kann anhand von einem sehr niedrigen Neutrophilen-Wert gelesen werden. Bei einer Entzündung werden die Neutrophilen-Zellen stark verbraucht und deshalb sinkt ihre Anzahl, während der Erkrankung im Blut. Durch die Einnahme von einigen Medikamenten kann ebenfalls die Anzahl an Neutrophilen sinken. Sollte sich die Konzentration so stark senken, besteht sogar Lebensgefahr. Daher ist es wichtig, dass der Arzt auf diesen Parameter genau achtet.

Bei den chronisch allergischen Erkrankungen steigen die Eosinophile an. Bei einer Parasiten-Infektion oder bei einer Entzündung der Haut kann ein Anstieg der Eosinophile vermerkt werden. Auch eine Knochenmarkserkrankung führt zu dem Anstieg der Eosinophile.

Des Weiteren treten vermehrt Basophile im Blut bei einer Leukämie, Überempfindlichkeitsreaktion gegen Lebensmittel, Entzündungen und nach einer Strahlentherapie auf.

Bei den verschiedensten Infektionskrankheiten wie Syphilis oder Tuberkulose sieht man vermehrt Monozyten im Blut des Betroffenen. Sollte sich die Anzahl der Monozyten über einen längeren Zeitraum hinweg nicht verändern und erhöht bleiben, kann das ein Hinweis auf eine bestimmte Art der Leukämie sein. Bei schweren bakteriellen Infektionen tritt eine erniedrigte Zahl an Monozyten auf.

Beim Abklingen von Infekten und bei dem Pfeifferschen Drüsenfieber können die Lymphozyten-Werte erhöht sein. Ein Knochenmarkstumor und Leukämie kommen ebenfalls in Frage. Hat sich der Patient einer Strahlentherapie unterzogen, wird sein Lymphozyten-Wert ebenfalls erhöht sein.

Es kann aber auch zu einer Verminderung der Leukozyten kommen. Dafür können einige Viren und Infektionen verantwortlich sein.

Was sollte ich noch über das Differentialblutbild wissen?

Die Differentialblutbild-Wert können auch durch normale Alltagsfaktoren beeinflusst werden. Zum Beispiel wenn man viel Sport treibt, werden die Werte ebenfalls abweichend von den Richtwerten sein. Des Weiteren weichen die Werten bei Menschen, die unter viel Stress leiden. Hat die betroffene Person bestimmte Medikamente oder Steroide eingenommen, auch über einen längeren Zeitraum, werden sich seine Werte deutlich von den Richtwerten unterscheiden. Hat sich der Betroffene einem Kontakt mit Chemikalien ausgesetzt, werden seine Werte ebenfalls anders ausfallen, als bei einer Person, die keinen Kontakt mit Chemikalien hatte.

Es können viele Ursachen für die veränderten Werte des Differentialblutbilds sein und daher ist es wichtig, sich von mehreren Spezialisten untersuchen zu lassen. Eine zweite oder dritte Meinung über den Gesundheitszustand kann nie schaden.

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