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Leukozyten sind die weiße Blutkörperchen

Leukozyten

Leukozyten sind weiße Blutzellen, die für die Infektabwehr verantwortlich sind. Sie enthalten keinen roten Farbstoff und werden deshalb als weiße Blutkörperchen bezeichnet. Im Blut existieren verschiedene Leukozytentypen, die alle unterschiedliche Aufgaben erledigen und unser Immunsystem unterstützen.

Wir möchten in diesem Artikel etwas mehr auf das Thema „Leukozyten“ zu sprechen kommen!

Was sind Leukozyten?

Leukozyten sind Blutzellen, die in unserem Blut enthalten sind. Im Gegensatz zu den Erythrozyten (rote Blutkörperchen) enthalten die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) keinen roten Farbstoff. Daher nennt man sie auch weiß, obwohl sie unter dem Mikroskop eher als farbwarm wahrzunehmen sind. Daher kommt auch die Bezeichnung „weiße Blutkörperchen“.

Leukozyten im Blutausstrich

Zu der Hauptaufgabe von Leukozyten zählt die Abwehr von Krankheitserregern und das Erhaltenbleiben bzw. die Unterstützung des Immunsystems. Die weißen Blutkörperchen befinden sich in unserem Blut und sie können mit dem bloßen Auge nicht wahrgenommen werden. Auch in den Schleimhäuten, den Lymphknoten und im Gewebe befinden sich die weißen Blutkörperchen. Viele von den weißen Blutkörperchen können sich aktiv durch die Blutgefäße fortbewegen und können somit aus den Blutgefäßen in das Gewebe wandern.

Alle Leukozyten stammen aus dem Knochenmark ab. Das Knochenmark gehört zu einer Vorläuferzelle, der sogenannten „pluripotenten Stammzelle“. Die speziellen Wachstumsfaktoren sorgen für das Wachstum von weißen Blutkörperchen, den Monozyten, Granulozyten und den Lymphozyten.

Normalwerte Leukozyten im kleinen Blutbild

LaborwerteFrauenMänner
Erythrozyten4,1–5,1 Mill./µl4,5–5,9 Mill./µl
Hämoglobin12–16 g/dl13,6–18 g/dl
Hämatokrit34–44 %36–48 %
Leukozyten4 000–10 000/µl4 000–10 000/µl
Thrombozyten150 000–400 000/µl150 000–400 000/µl
MCV81–96 fl81–96 fl
MCH27–34 pg27–34 pg
MCHC32–36 g/dl32–36 g/dl

Granulozyten

Leukozyten ArtenDie Granulozyten erkennt man unter dem Mikroskop anhand von ihrem körnerartigen Aussehen. Unter dem Mikroskop lassen sich die Granulozyten in drei Typen unterscheiden, und zwar in neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten. Jede einzelne von den Zelltypen kümmert sich um eine andere Form von Krankheitserregern. Außerdem geht jede Zelle anders bei der Abwehr der Bakterien vor.

Granulozyten kann man entweder im zirkulierenden Blut oder in den Gefäßinnenwänden finden. Nach ihrer Bildung halten sich die Granulozyten nur sieben Stunden auf und anschließend werden sie abgebaut.

Wie bereits erwähnt, können sich Granulozyten selbst fortbewegen und somit wandern sie aus den Blutgefäßen in die Schleimhäute und in das Gewebe ein. Spätestens nach vier oder fünf Tagen werden auch die eingewanderten Granulozyten abgebaut.

Lymphozyten

Bei der Immunabwehr spielen die Lymphozyten eine wichtige Rolle. Die Lymphozyten können die Krankheitserreger, Viren und Bakterien schnell erkennen und produzieren sofort Antikörper, um die Krankheitserreger zu bekämpfen. Auf diese Weise werden die Krankheitserreger, Bakterien und Viren schnell inaktiv gemacht und zerstört. Es gibt sogar einige Lymphozyten, die sich die Krankheitserreger merken können und auf diese Weise sorgen die Lymphozyten dafür, dass man an einer bestimmten Krankheit nur einmal im Leben oder in einem längeren Zeitabschnitt erkranken kann. Solchen Lymphozyten bezeichnet man auch als Gedächtniszellen. Die Lebensdauer von Lymphozyten kann zwischen wenigen Stunden und mehreren Jahren variieren.

Monozyten

Monozyten nehmen das körperfremde Material in sich auf und machen es unschädlich. Aus diesem Grund bezeichnet man solche Blutzellen auch als Fresszellen. In der Milz wird ein großer Teil der Monozyten gespeichert. Im Blut zirkuliert ein wichtiger Teil von Monozyten.

Wieso bestimmt man den Leukozyten-Wert

In folgenden Fällen wird ein Arzt den Leukozyten-Wert bestimmen:

  1. Verdacht auf Entzündungen und Infektionen
  2. routinemäßige Blutabnahme
  3. Verdacht auf Blutkrebs (Leukämie)
  4. Knochenmark produziert zu wenige funktionstüchtige Zellen
  5. Blutarmut
  6. bei einige Medikamenten steigt die Anzahl der weißen Blutkörperchen
  7. vor und nach der Chemotherapie
  8. Verdacht einer Vergiftung
  9. nach einem Infarkt
  10. bei einer Verbrennung
  11. Kontrolle bei einem Krankheitsverlauf

Wenn die Anzahl der Leukozyten bestimmt wird, reicht es manchmal aus zu erfahren, an was der Betroffene erkrankt ist. In einigen Fällen muss man genauer definieren, wie viele von welchem Leukozytentyp abstammen. Ein solches Blutbild bezeichnet man als das Differentialblutbild. Bei einem lang anhaltenden Fieber, bei einem schweren Infekt oder bei Blutkrebs wird das Differentialblutbild gemacht.

Um einen Harnwegsinfekt diagnostizieren zu können, muss die Anzahl an Leukozyten im Urin bestimmt werden. Hierfür kann man die weißen Blutkörperchen aus dem Urin, mithilfe des Mikroskop zählen. Hierbei wird von einer Zellanzahl pro Gesichtsfeld gesprochen.

Der Leukozyten-Normalwert

Der Leukozyten-Normalwert liegt bei einem gesunden erwachsenen Menschen bei 4.000 bis 10.000 Zellen pro Mikroliter Blut. Schwangere Frauen und Kindern haben einen deutlich erhöhten Wert (muss nicht immer sein) wäre aber noch ok. Bei Neugeborenen kann der Wert bei 34.000 Leukozyten pro Mikroliter Blut liegen. Ein solcher Wert ist keine typische Erkrankung, sondern das Neugeborene ist kerngesund.

Die genaue Aufschlüsselung der der Leukozyten zeigt uns folgende Werte an:

  1. Granulozyten:
    stabkernige neutrophile: 3 bis 5 Prozent
    segmentkernige neutrophile: 50 bis 70 Prozent
    eosinophile Granulozyten: 1 bis 4 Prozent
    basophile Granulozyten: 0 bis 1 Prozent
  2. Monozyten: 3 bis 7 Prozent
  3. Lymphozyten: 25 bis 45 Prozent

Wann spricht man von zu wenig Leukozyten im Blut?

Von einer Leukopenie wird nur dann gesprochen, wenn sich im Blut zu wenige Leukozyten befinden. Häufig handelt es sich um eine verringerte Anzahl an Granulozyten im Blut. Die Zahl der restlichen Leukozyten kann im Normalbereich liegen.

Wann spricht man von zu vielen Leukozyten im Blut?

Ist die Anzahl an weißen Blutkörperchen erhöht, spricht man von einer Leukozytose. Sie wird z. B. Durch entzündliche Erkrankungen, Infektionen oder Tumore ausgelöst. Die krankhaft veränderte oder unreife Leukozyten können bei Leukämie auftreten. Bei einer Leukämie werden außerdem unreife Blutzellen in einer erhöhten Konzentration freigesetzt.

Wann kann man tun, wenn der Leukozyten-Wert verändert ist?

Die begleitenden Symptome, die der Arzt bei dem Betroffenen feststellt geben in Verbindung mit einem großen Blutbild Aufschluss darüber, um welchen Erkrankung es sich handelt. In einigen Fällen kann es sogar nötig sein, das Knochenmark oder das Blut einer weiteren Laboruntersuchung unterzuziehen.

Handelt es sich bei dem Betroffenen um eine Infektion, wird der Arzt meistens abwarten, bis die Symptome abgeklungen sind und danach erneut ein Blutbild anfordern. Auf diese Weise wird der Arzt feststellen können, ob sich der Leukozyten-Wert wieder stabilisiert hat. Sollte Verdacht auf eine gefährliche Erkrankung wie z. B. Blutkrebs bestehen, wird der Arzt eine Organuntersuchung anfordern. Es kann sogar sein, dass überhaupt kein Grund für die erhöhte Anzahl an Leukozyten gefunden werden kann. In solchen Fällen sprechen die Mediziner von einer „idiopathischen Leukozytose“.

Es empfiehlt sich jedoch immer einen Arzt aufzusuchen, wenn Verdacht auf ein Infekt oder eine Entzündung besteht. Die Sicherheit geht immer vor und der Arzt sollte immer das Blutbild anschauen, bevor er ganz sagen kann, um welche Erkrankung es sich handelt. Nur anhand der richtige Diagnose kann man schnell mit der Behandlung beginnen und somit einen besseren Erfolg sichern und somit für eine schnelle und effektive Genesung des Patienten sorgen!

Leukozyten

Leukozyten (weiße Blutkörperchen)

Urheber: royaltystockphoto / 123RF Standard-Bild

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